Wappen der Gemeinde Barßel

Auf blauem Wasser vor rotem Hintergrund ein einmastiges Schiff mit goldenem Rumpf, zwei goldenen Segeln und blauem Topwimpel von links nach rechts segelnd.

Das Wappen zeigt ein typisches Segelschiff der friesisch-emsländischen Flußschifffahrt des 16. bis 19. Jahrhunderts. Auf einer Karte von 1588, heute im Nieders. Staatsarchiv Oldenburg, sind mehrere dieser Schiffe auf dem Barßeler Tief und im Barßeler Hafen dargestellt.

Diese Schiffe haben einen stark gerundeten und hochgezogenen Bug und ein ebensolches Heck sowie einen abgeflachten Boden, der das Trockenfallenlassen im Tidegewässer und im Wattenmeer erleichtert. Schiffe dieser Art wurden bevorzugt im Westfriesland gebaut, aber im gesamten Emsgebiet, in dem Barßel ein wichtiger Umschlagshafen und Handelsplatz war, eingesetzt. Von der Bauart, der Beseglung und der Nutzung her sind diese Flußschiffe die Vorläufer der Tjalken, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Barßel gebaut wurden und unter Barßeler Eignerkapitänen die emsländischen Flüsse und Kanäle sowie Nord- und Ostsee befuhren. Wegen der Schifffahrt, die später bis ins Mittelmeer und sogar bis nach Südamerika ausgedehnt wurde, erlebte Barßel um die Jahrhundertwende einen großen wirtschaftlichen Aufschwung.

Die Gemeinde Barßel führt seit 1936 offiziell ein Schiff in ihrem Gemeindesiegel. Zum Wappen wurde das Schiffsbild allerdings erst durch Ratsbeschluss vom 29. September 1978.

Die Farben verweisen auf die frühere politische Zugehörigkeit Barßels. Das Gold ist dem Wappen des Fürstbistums Münster entnommen, dem Barßel von 1400 bis 1803 unterstand. Blau und Rot wurden dem Wappen des Herzogtums Oldenburg entlehnt, dem Barßel mit dem Amt Friesoythe 1803 zugeordnet wurde. Rot und Blau sind aber auch die Farben des alten Ostfriesland, dem sich Barßel wegen der Schifffahrt stets besonders verbunden gefühlt hat.

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